{"id":708,"date":"2020-07-11T16:22:24","date_gmt":"2020-07-11T15:22:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.heidi-muehlenberg.de\/?p=708"},"modified":"2020-07-11T20:23:18","modified_gmt":"2020-07-11T19:23:18","slug":"moore-als-klimaretter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heidi-muehlenberg.de\/?p=708","title":{"rendered":"Moore als Klimaretter"},"content":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend seine Kollegen gerade die D\u00fcrre beklagen, patscht Landwirt Karsten Ittner mit mir durch kniehohen Sumpf. Das ist sein Feld. Er bewirtschaftet 150 Hektar nasse Moorfl\u00e4chen in der D\u00fcbener Heide. Ein Drahtseilakt f\u00fcr den bodenst\u00e4ndigen Bauern.<\/p>\n<p>Hier im Quellgebiet des Schwarzbachs wirkt er seit Jahren mit, an Sachsens gr\u00f6\u00dftem Projekt zur Wiedervern\u00e4ssung von ausgetrocknetem Sumpfgebiet, auf \u00fcber 4000 Hektar.<\/p>\n<p>Solche Projekte sind enorm wichtig zum Klimaschutz. Deutschland hat in den letzten 200 Jahren rund eine Million Hektar Moore trockengelegt, um Ackerboden zu gewinnen.<\/p>\n<p>Heute ist klar: F\u00fcrs Klima sind trockene Moore gef\u00e4hrlich.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"620\" height=\"216\" class=\"aligncenter size-full wp-image-713\" src=\"http:\/\/www.heidi-muehlenberg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/moorkombi.jpg\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/www.heidi-muehlenberg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/moorkombi.jpg 620w, https:\/\/www.heidi-muehlenberg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/moorkombi-300x105.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/>\u00a0Denn sie emittieren gro\u00dfe Mengen Treibhausgas, rund 29 Tonnen CO<sup>2<\/sup> pro Hektar und Jahr. Ein Klimaschaden von 7,4 Mrd Euro j\u00e4hrlich. Rund 50 000 Hektar Moor m\u00fcssten wir j\u00e4hrlich wiederherstellen, fordern Forscher. PRO JAHR! Sonst wird\u00b4s nichts mit dem 2-Grad-Ziel.<\/p>\n<p>Landwirt Ittner will was tun f\u00fcrs Klima und f\u00fcr die Natur. Ihm gef\u00e4llt es, dass der Biber seine Burgen baut, neue Teiche blubbern und Libellen durch die Luft schwirren. &#8222;Doch wir k\u00f6nnen nicht nur Volkes Willen ausf\u00fchren. Es muss sich f\u00fcr mich auch rechnen.&#8220; Als Moorbauer hat er es schwer. Das Versumpfen ist f\u00fcr ihn &#8222;vor allem eine Nutzungserschwernis, denn maschinell geht hier nichts.&#8220;<\/p>\n<p>Er wollte alles hinschmei\u00dfen und schloss sich dem Widerstand der Bauern an. Das bundesfinanzierte Naturgro\u00dfprojekt &#8222;Presseler Heidewald- und Moorgebiet&#8220; stand vorm Scheitern. Biologe Dr. Jan Stegner wurde als Schlichter geholt und handelte m\u00fchsam einen Kompromiss aus. Es gab Fl\u00e4chentausch und Geld f\u00fcr spezielle M\u00e4hwerke. Ittner bekam zus\u00e4tzliche F\u00f6rderung und baut jetzt auf 200 Hektar Bl\u00fchfl\u00e4chen f\u00fcr Insekten an.<\/p>\n<p>Der Moorexperte und der Bauer haben sich zusammengerauft, sind gemeinsam auf Achse, suchen Wege: Wie kann ein Bauer rentabel das Moor bewirtschaften? Ittner erw\u00e4gt aktuell, eine Herde Wasserb\u00fcffel anzuschaffen. Er besucht einen erfahrenen B\u00fcffelspezialisten im Altenburger Land. Dort fressen 50 der gen\u00fcgsamen Tiere die harten Sumpfpflanzen wie Binsen, halten so die Landschaft offen und l\u00fcmmeln nach dem fressen in Sumpfl\u00f6chern. Der Landwirt erf\u00e4hrt, dass gesch\u00e4tzt schon 10 000 Wasserb\u00fcffel in Deutschland weiden und im 12. Jahrhundert Moorlandbau etwas v\u00f6llig Normales hierzulande war.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend seine Kollegen gerade die D\u00fcrre beklagen, patscht Landwirt Karsten Ittner mit mir durch kniehohen Sumpf. Das ist sein Feld. Er bewirtschaftet 150 Hektar nasse Moorfl\u00e4chen in der D\u00fcbener Heide. Ein Drahtseilakt f\u00fcr den bodenst\u00e4ndigen Bauern. 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