Sie haben das Quecksilber in ihren Nieren, im Darm und im Gehirn. Quecksilber wirkt als schweres Nerven- und Immungift und schädigt den Körper an vielen Stellen gleichzeitig. Mehr als einhundert Erdgasarbeiter leiden in der Altmark an den Folgen einer berufsbedingten Vergiftung auf den Förderfeldern ihres früheren Betriebes, des VEB Erdgaskombinat Salzwedel. Sie haben ohne Schutz giftigste Dämpfe eingeatmet oder hatten Hautkontakt mit Quecksilber, Blei, Cadmium, Lithium, radioaktiven Schlämmen und Bohrwässern. Viele der Kumpel verstarben weit vor Erreichen des Rentenalters – das hat eine Selbsthilfegruppe vor Ort recherchiert.

Doch obwohl die Vergiftungen gut dokumentiert sind – mit Laborbefunden, ärztlichen Gutachten und Recherchen in Stasi-Unterlagen – weigert sich die Berufsgenossen-schaft Rohstoffe / Chemische Industrie bis heute, auch nur einen einzigen der Erdgasarbeiter als berufskrank anzuerkennen. Die Kausilität sei nicht bewiesen.

Für das MDR-Magazin Exakt war ich mehrere Monate in der Altmark unterwegs, entstanden sind daraus vier Fernsehbeiträge, darunter der Beitrag „Vergiftete Kumpel“, der auch als Video auf der Startseite verlinkt ist.

Es war irgendwann um die Weihnachtszeit. Beim Schmökern in einem uralten Sagenbuch stieß ich plötzlich auf eine merkwürdige Geschichte, die hübsch und mit viel Phantasie geschrieben war. In der Kleinstadt Eisenberg, die ich bis dahin nur als Name einer Ausfahrt von der Autobahn A9 kannte, sollte irgendwann am Ausgang des Mittelalters ein Bärenhäuter gehaust haben. Und nicht nur das. Von ihm wurden Sonderbares berichtet. Er hätte als erster Thüringer eine chinesische Papierlaterne aus Asien nach Thüringen mitgebracht. Und hier zum ersten Mal die Kinder seiner Stadt in einen Laternenumzug an einem kalten Adventsabend durch das mittelalterlich-dunkle Zentrum um den Alten Markt geführt. Konnte das wahr sein?  Unsere Recherche führte uns bis nach China, natürlich nur auf digitalen Streifzügen, und in Gotha entdeckten wir schließlich im alten Residenzschloss des Herzogs die erstaunlichen wahren Hintergründe dieser abenteuerlichen Sage. Doch an dieser Stelle sei noch nichts verraten.

Sicher gibt es wichtigere Themen als die Verbreitung der Papierlaterne, dennoch war unser Interesse geweckt, hatten doch auch die Brüder Grimm aus diesem Stoff ein wunderschönes Märchen geschrieben und in ihre Sammlung der Haus- und Küchenmärchen aufgenommen. Was für eine wunderschöne Sendung aus der Idee geworden ist, können Sie selbst anschauen beim Klicken auf den nebenstehenden Link.

Aufnahmen: Andreas Helgenberger

 

Ich möchte sehr herzlich unserem Team danken, allen voran unserer wunderbaren Moderatorin Janine Strahl-Oesterreich, MDR-Redakteur Titus Richter, Kameramann Jens Kleinert, Tonassistent Sandro Sauer, dem „Zauberer“ Cutter Henrik Fehse und den engagierten Produzenten Gesine und Andreas Helgenberger sowie unserer Maskenbildnerin Ina Grahl. Schon am Karfreitag 2017 wird es eine neue Folge der MDR-Sendereihe geben, diesmal über den stärksten Mann der Welt Milo Barus aus dem thüringischen Weißenborn bzw. Stadtroda.

Die Welt feiert Johannes Gutenberg als den genialen Erfinder des Buchdrucks – und sein Werk als eine Sternstunde der Menschheit. Doch eine alte Sage erzählt diese Geschichte ganz anders. Gar nicht Gutenberg soll der Erfinder gewesen sein, sondern ein Anderer. Ein Zauberer, der mit teuflischen Mächten paktierte. Sein Name ist nur allzu gut bekannt. Er nannte sich Johannes Faust.

Hier seht Ihr Impressionen von unseren Dreharbeiten an der Bergkirche in Beucha im Herbst 2016. Wir danken herzlichst an dieser Stelle allen Schauspielern, besonders dem Impro-Theater Noffke & Frank sowie Georg für ihren unermüdlichen Einsatz trotz Regen und Kälte. Unsere Drehszene erzählt, wie der Buchdrucker Johannes Faust beim Verkauf seiner ersten Bibelexemplare verhaftet wird; galt es doch als Teufelswerk, wenn eine Buchseite exakt der anderen glich.

Aufnahmen: Olaf Noffke

„Wie war zu Köln es doch vordem, mit Heinzelmännchen so bequem“, so beginnt die bekannte Geschichte von den Heinzelmännchen, jenen winzigen Gesellen, die des Nachts in aller Stille fleißig gute Taten vollbrachten. Die treuen Helfer verschwanden aber wie vom Erdboden und kehrten nie wieder zurück, nachdem des Schneiders Weib in ihrer Neugier Erbsen ausstreute, über die die kleinen Wichte purzelten.
Doch die Heinzelmännchen stammen gar nicht aus Köln, wie es die Geschichte suggeriert. Ihre Heimat liegt in dem beschaulichen Städtchen Eilenburg am Ufer der Mulde. Einst lebten sie dort in einem riesigen unterirdischen Labyrinth unter der Burg und der Stadt Eilenburg, so erzählt es die Sage. Dieses Labyrinth gibt es tatsächlich: ein gigantisches Tunnel- und Kellersystem aus Ziegelsteinen. Neugierig macht sich Janine Strahl-Oesterreich auf den Weg, um die Geheimnisse der Eilenburger Heinzelmännchen zu ergründen. Sie will die ganze Wahrheit über Herkunft, Leben und Wirken der sagenhaften, scheuen Wesen erkunden und macht ganz erstaunliche Entdeckungen. Ein Findling mit einer mysteriösen Inschrift legt nahe, dass die Heinzelmännchensage schon im 13. Jahrhundert in Eilenburg kursierte. Einiges spricht dafür, dass die bekannten Heinzelmännchen im Grunde der sorbischen Sagenwelt entspringen, denn auch die Sorben, die früher die Eilenburger Gegend besiedelten, erzählten sich von kleinen Zauberwesen, die sie Lutki, die Leutchen nannten.

Die Sendung lief im MDR Fernsehen am 1. Januar 2016

Heinzelmännchen in Eilenburg

Feature MDR FIGARO 12.12.2015

Weil er dem Flüchtlings-Sterben im Mittelmeer nicht länger tatenlos zusehen wollte, hat der Brandenburger Unternehmer Harald Höppner mit Freunden das Projekt „Sea-Watch“ initiiert. Mit einem umgebauten Fischkutter leisten er und seine Crew seit Juni 2015 Nothilfe vor der Libyschen Küste. Autorin Heidi Mühlenberg hat die private Rettungsinitiative begleitet.

Es gibt auch Leute, denen das nahegeht und die sich dafür einsetzen möchten, die nicht fragen, ob oder wie viele Flüchtlinge jetzt nach Deutschland und nach Europa kommen, die sagen: Eh, wir möchten nicht, dass sowas nochmal passiert und wir möchten nicht, dass die Leute sterben. Wie wir sie dann verteilen und unterbringen, ist die nächste Frage. Die erste Frage ist erstmal: Leben retten. Fertig.

Harald Höppner

Die Sea Watch Crew besteht aus Freiwilligen, die für den jeweils zweiwöchigen Einsatz ihren Urlaub opfern. Die Berufe reichen von Arzt, Kapitän, Bordmechaniker, Feuerwehrmann bis zum Segelschul-Lehrer. Harald Höppner nennt sein Schiff eine schwimmende Telefonzelle mit Erste-Hilfe-Kasten. Die „Sea-Watch“ ist mit modernster Kommunikations- und Navigationstechnik und Medikamenten ausgestattet, hat aufblasbare Rettungsinseln, Rettungswesten und Trinkwasser an Bord. Trifft die „Sea-Watch“ auf ein Flüchtlingsboot, nehmen die Helfer vom kleineren Schnellboot aus den Erstkontakt mit den Flüchtlingen auf, verteilen Rettungswesten und Trinkwasser. Dieser Vorgang ist heikel. Wenn bei den Flüchtlingen Panik ausbricht, kann das Boot schnell kentern. Nach der Sichtung wird die Leitstelle für Seenotrettung (MRCC) in Rom informiert und ein größeres Schiff zur Bergung der Menschen angefordert.

Am Ende sind es 112, die aus dem Schlauchboot von vielleicht zwölf Metern Länge klettern. Beim Anblick des leeren Bootes kann ich das nicht fassen. Die Luftkammern sind leck, nur Stunden und das Boot wäre ein Opfer der Wellen. Als die Seeleute das Wrack genauer untersuchen, entdecken sie etwas Ungeheures: Die Schleuser hatten ihren „Kunden“ kein Benzin in die Reservetanks gefüllt, sondern ein unbrauchbares Gemisch aus Salzwasser, Chemikalien und Diesel. Niemals wären die Flüchtlinge damit lebend angekommen. Das Boot war ein schwimmender Sarg.

Heidi Mühlenberg: Alles ist besser als Wegschauen

Link zum MDR:

http://www.mdr.de/mdr-figaro/hoerspiel/feature/feature-harald-hoeppner100.html